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Was Du hier eventuell nicht lesen kannst, heist übersetzt: DIETSCHWEILER AM GLAN und ist in SÜTTERLIN geschrieben.
R.G. Arens schreibt zu dieser Schrift:
Sütterlin ist die vom deutschen Grafiker Ludwig Sütterlin entwickelte Schreibschrift, die 1915 an den preußischen Schulen eingeführt wurde. Im Laufe der Zeit wurde diese Schrift in allen deutschen Ländern übernommen und beibehalten, bis die Lehre dieser Schrift 1941 durch Adolf Hitler verboten wurde.

Verwendungszweck

Sütterlin ist keine Schönschrift. Sütterlin ist eine Schrift fürs Schreibenlernen. Das äußert sich in ihren Eigenheiten: Die Strichbreite ist (im Gegensatz zu den meisten anderen Schriften) konstant; Die Wörter werden in einem einzigen Linienzug geschrieben; Alle Schmuckelemente fehlen, die Buchstaben sind auf das Notwendigste reduziert; Die Buchstaben sind nicht geneigt.
Diese Eigenschaften vereinfachen für den Abece-Schützen das Erlernen des Schreibens - aber sie hemmen den Schreibfluß des geübten Schreibers. Sütterlin stellt daher nur die technische Basis für die Entwicklung einer persönlichen Handschrift dar.
Heute ist die Kenntnis dieser Schrift von großem Nutzen für Historiker und Ahnenforscher.

Schreibregeln

Der wichtigste Punkt: Es gibt zwei Zeichen für den Buchstaben s. Das lange s ist das normale, es wird mit der Taste [s] der Tastatur eingegeben. Das runde s wird am Schluß von Silben verwendet. Es kann auf verschiedene Weisen eingegeben werden:
- In Winword 6.0: Mit der Maus auf den Knopf [s] in der Symbolleiste Sütterlin klicken.
- In der Sonderzeichenauswahl das letzte Zeichen anwählen.
- Die Alt-Taste drücken, gedrückt halten, auf dem Ziffernblock 255 eingeben, die Alt-Taste wieder loslassen.
- Die Dollar-Taste drücken. Diese Möglichkeit wird in Zukunft nicht mehr unterstützt werden.
Desweiteren verwendet die deutsche Druckschrift für die Zeichenkombinationen ch, ck und tz obligatorisch besondere Zeichen. Daher werden diese auch in der Handschrift besonders behandelt. Entsprechende Zeichen lassen sich genauso wie das runde s eingeben.
Eine Besonderheit der Sütterlinschrift ist die abweichende Schreibweise des St. Dieses kann daher in gleicher Weise wie das runde s eingegeben werden.
In der deutschen Schrift ist es gebräuchlich, die Doppelkonsonanten m und n als überstrichene Buchstaben zu schreiben.
Entstehung der Deutschen Schrift
Als Johannes Gutenberg den Buchdruck erfand, galt die Textura - eine gebrochene Schrift - als die schönste Schrift. Mit dem Aufkommen des Buchdrucks wandte sich Europa aber von der gebrochenen Schrift ab. Nur Deutschland und einige Nachbarländer hielten an ihr fest. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine eigenständige deutsche Schrift, die Schwabacher. In jüngerer Zeit entstand daraus die Fraktur. Hieraus wurde dann dann die deutsche Schreibschrift abgeleitet. Die Sütterlin-Schrift kam 1915 in die Schulen. Die Nazis verteufelten die deutsche Schrift als "jüdisch", verwendeten zunächst eine häßliche Variante der Textura und führten schließlich in Deutschland die lateinische Schrift ein, die noch heute verwendet wird.
Gebrochene Schriften auf dem Computer (mit Namen wie "Old English") sind meistens alte Textura-Schriften - Haben mit deutscher Schrift also nichts zu tun.

Vorschau Schrifttabelle: Lateinische Ausgangsschrift - deutsche Schreibschrift
500 Pixel breit, Größe:14 kb

Der Text wie die dazugehörige Schriftdatei (FONT) -insgesamt 71kb- stammt von R.G.Arens, Saarbrücken 1995 und steht hier zum downloaden zur Verfügung:
suetter.zip

Ein Sütterlin-lernprogramm für windows 3.11 findest Du unter ftp://ftp.phil.uni-sb.de/pub/wings


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